EU-Verordnung soll Buchung von internationalen Bahnreisen erleichtern
11. Mai 2011 - Artikel von: Leoni
Die EU-Kommission in Brüssel steht nicht selten im Verdacht, mit immer neuen Verordnungen und Paragraphen in erster Linie einen Bürokratie-Apparat aufzubauen, der nur selten zum Nutzen des Bürgers ist. Mit einem neuen Vorstoß könnte die EU allerdings genau den Nerv von gestressten Verbrauchern – und wohlgemerkt auch Reisebüromitarbeitern – treffen, die sich bei der Buchung internationaler Bahnreisen bisher einem gefühlt unendlichen Dschungel aus Tarifen und Fahrplänen gegenüber sehen.
Die neue Verordnung aus Brüssel sieht eine deutliche Vereinfachung bei der Buchung von internationalen Bahnreisen nach dem Vorbild von Flugreisen vor, die nach dem Willen der EU bis spätestens 2015 umgesetzt werden soll. Demnach sollen die Deutsche Bahn und ihre internationalen Pendants dazu verpflichtet werden, den gegenseitigen Austausch von Tarifen und Fahrplänen besser als bisher zu organisieren, was für Endverbraucher und Vermittler, z.B. die Mitarbeiter im Reisebüro, zu deutlich mehr Transparenz und Übersichtlichkeit führen würde. Erfasst werden sollen dabei sämtliche Züge und Strecken mit Ausnahme von städtischen S- und U-Bahnen.
Die Bahn wird auch beim Urlaub zu einem immer beliebteren Verkehrsmittel, egal ob bei der Anreise zu Kreuzfahrten im Mittelmeer oder beim Interrail quer durch Europa. Allerdings schränkt die EU gleichzeitig ein, dass es bis zur Realisierung der neuen Verordnung noch ein steiniger Weg sei, da die logistischen Herausforderungen beim Aufbau einer entsprechenden Datenbank für internationale Bahnreisen ungleich größer seien als es im Flugverkehr der Fall sei, was schon alleine an der weitaus größeren Anzahl an Bahnhöfen liege.
