Christliche Pilgerreisen in Armenien zum Kloster Geghard
11. August 2010 - Artikel von: Thomas Stern
Armenien ist ein vergleichsweise kleines Land im südlichen Kaukasus und grenzt dort unter anderem an die Türkei, Aserbaidschan und den Iran. Im Gegensatz zu seinen drei südlichen Nachbarn, bei denen es sich um islamisch dominierte Länder handelt, ist Armenien das einzige christlich geprägte Land in dieser Region. Das Christentum ist außerdem so etwas wie das stärkste Zugpferd für den noch in den Kinderschuhen steckenden Tourismus in Armenien, allen voran das Kloster Geghard nordöstlich von Eriwan.
Die Hauptstadt Eriwan ist das touristische Zentrum für Osteuropa Reisen nach Armenien und Ausgangspunkt für die meisten Tagesausflüge in dem christlichen Land. Das Kloster Geghard wurde im 4. Jahrhundert, vermutlich vom Heiligen Gregor, den sich die Armenische Apostolische Kirche als Patron auserkoren hat. Nach der zwischenzeitlichen Zerstörung durch die Araber wurde das Kloster Geghard im 13. Jahrhundert wieder aufgebaut. Ins Deutsche übersetzt, steht Geghard für “Heilige Lanze”, welche heute in Etschmiadsin aufbewahrt wird und der Überlieferung zufolge vom Apostel Thaddäus nach Armenien gebracht wurde. Etschmiadsin liegt rund 20 Kilometer westlich von Eriwan.
Das Kloster Geghard gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe, womit insbesondere die architektonische Meisterleistung und die kulturelle Bedeutung für Armenien gewürdigt werden. Einzelne Räume des Klosters wurden direkt in den Fels des Kaukasus-Gebirges gehauen, die gesamte Anlage wird von einer imposanten und mehr als sehenswerten Bergkulisse eingerahmt.
