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Biblisches Ur im Irak – Schlaraffenland der Archäologie

12. April 2010 - Artikel von: Thomas Stern

Ein Urlaub im Irak zählt sicher (noch) nicht zu den bevorzugten Varianten, die schönsten Wochen des Jahres zu verbringen. Dennoch hat auch der Irak einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, deren Wurzeln bis weit in die vorchristlichen Jahrtausende reichen. Das wohl bekannteste Beispiel, das im heutigen Irak die frühe Geschichte der ersten Hochkultur in Mesopotamien dokumentiert, ist die Festungsstadt Ur.

Bei Ur handelt es sich um eine Stadt, die bereits in der Bibel als “Ur von Chaldäa” Erwähnung findet und eines der wichtigsten Königreiche im Vorderen Orient beherbergte. Mesopotamien erstreckte sich einst von der südlichen Grenze am Persischen Golf bis in die heutige Türkei, wo sich die Nordgrenze des Reiches befand. Ur lag zu seiner Blütezeit im 3. Jahrtausend vor Christus als Hafenstadt direkt am Persischen Golf, heute ist das Meer rund 100 Kilometer entfernt. Die Geschichte der menschlichen Besiedlung in Ur begann vermutlich schon im 5. Jahrtausend vor Christus.

Die ersten Archäologen machten sich in Ur gegen Mitte des 19. Jahrhunderts unter Leitung des Briten J.E. Taylor zu schaffen. Dabei wurden unter anderem Tonscherben mit unidentifizierbaren Inschriften gefunden, deren Bedeutung erst sehr viel später klar werden sollte. Dabei handelte es sich um die älteste Schrift die bis zum heutigen Tag bekannt ist – die Keilschrift der Sumerer. Nicht minder von Bedeutung war der Fund eines Stufentempels (Zikkurat), der jedoch zerstört werden musste, um die weiteren Kunst- und Kulturschätze in Ur zu bergen. Archäologen gehen davon aus, in Ur bisher erst ein Fünftel der antiken Festung freigelegt zu haben, so dass die Ausgrabungen noch mehrere Jahrzehnte dauern werden. Der Wert von Ur für die Archäologie wird auf eine Stufe mit Ägypten gestellt.