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Safari von Oase zu Oase - Die Wüste zu Fuß und im Jeep erleben

„Brennend heißer Wüstensand...”

Seien wir doch mal ehrlich: bei Wüste denkt doch jeder von uns an riesengroße Sanddünen, unglaublich heiße Temperaturen, Sonnenbrand und Durst, oder?

So auch ich - bis ich im November 2007 meinen Urlaub im ägyptischen Teil der Sahara verbrachte. Gemeinsam mit sechs Einheimischen und sechs deutschen neugierigen Urlaubern erlebte und entdeckte ich zwei Wochen lang Natur pur. Wir durchquerten die Wüste mit vier bis ans äußerste beladene Jeeps oder aber zu Fuß. Die Orientierung erfolgte anhand einer Karte von 1942 und mittels GPS. Die Temperaturen erinnerten an einen angenehmen Spätsommer – kein Sonnenbrand, kein extremer Durst. Gegessen wurde traditionell im Beduinen-Camp; genächtigt wurde natürlich im Schlafsack unter freiem Himmel. Und als ob das für uns Mitteleuropäer nicht schon Abenteuer genug wäre, so waren wir jede Minute dieses Trips von der Vielfältigkeit und Schönheit der nahezu unberührten Natur beeindruckt.

Nachdem wir von Kairo aus gestartet waren, durchquerten wir am ersten Reisetag die Oasen Bahariya, Farafra und Dahkla. Unmittelbar hinter der Dahkla- Oase verließen wir am Folgetag die zumindest bis dahin asphaltierte Straße, die in Richtung Sudan führt und tauchten zunächst in die Steinwüste ein. Klein und riesengroß, eckig und rund, ein- und mehrfarbig – es gab unvorstellbar viele Farben und skurile Formen von Steinen, eingehüllt in Sand.

Unser weiterer Weg sollte uns ins Gebirge Gilf Kebir führen. Das Plateau schien auf der Höhe von ca. 1000 Meter über dem Meeresboden exakt abgeschnitten und geebnet. Die Hochebene umfasste ein Gebiet der Größe Korsikas und war mit Kieselsteinen ausgelegt – so muss es auf dem Mond aussehen! Der Blick in einzelne Täler vermittelte einem das Gefühl, nicht auf kleine Sanddünen, sondern von oben auf die Wolkendecke zu schauen. Im sogenannten roten Tal erstrahlte die Erde nicht nur im Licht des Sonnenuntergangs.

Sowohl in der Höhle der Schwimmer, als auch in den angrenzenden Gebieten der sudanesischen und libyschen Wüste zeugten diverse Felsmalereien und Steingravuren vom früheren Wüstenleben.

Unser folgender Reiseabschnitt, die Vulkan- und Kraterlandschaft, war geprägt von einzeln stehenden Bergen, die ihre opulente Größe vor allem nach Betreten des Kraterrandes offenbaren.

Beim anschließenden Einfahren in die Dünen der Grand Sand Sea lohnte es sich nach dem einzigartigem Silicon Glas – einem grün schimmernden Glasgestein – Ausschau zu halten. Über dessen rätselhafte Herkunft sind sich Wissenschaftler bis heute uneinig. Die unglaublich schöne Dünen- und Sandlandschaft erstreckte sich hier über hunderte Kilometer – genau so hat man sich Wüste vorgestellt! Der Wind formte die Wanderdünen in typischer Form und das Licht- und Schattenspiel der untergehenden Sonne tat sein übriges um dieses Naturschauspiel zu komplettieren.

Nach einem Bad in einer heißen Quelle in Oasennähe begaben wir uns in die äußerst bizarre Landschaft der Weißen Wüste. Strahlend weißes Kalkgestein wurde über Jahrhunderte vom Wind und Sand geformt und posiert hier in pilzförmigen Erscheinungsformen.

Die schwarze Wüste trägt ihren Namen aufgrund des schwarzen Vulkangesteins, das sich wie ein Netz über den gelben Sand legte.

Als weiteres Highlight bleibt der Chrystal Mountain zu erwähnen, der verschiedenste Gesteinsformen und – farben in sich vereint und in der Sonne glanzvoll blinzelt.

Wüste ist also sehr viel mehr als nur „brennend heißer Wüstensand“ und eine Reise absolut wert. Wollen wir hoffen, dass sowohl wir Touristen, als auch Einheimische diese unberührte Landschaft als solche gemeinsam schützen und somit noch lange genießen können.

Einige Fotos von der Wüstensafari:

Berg in der schwarzen Wüste
Berg in der schwarzen Wüste

Bizarre Gesteinsformationen
Bizarre Gesteinsformationen geschliffen von Wind und Sand

Unberührtes Sandmeer
Ein unberührtes Meer aus Sand

Und noch mehr Sand
Und noch mehr Sand

Baum vor dem Sonnenuntergang
Die Reste eines Baums vor dem Sonnenuntergang

Berg in der schwarzen Wüste
Zu Fuß riesige Dünen besteigen
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