Westbhutan Paro

Paro Taktsang
Paro Taktsang
Durdag
Durdag

Wenn die Triebwerke verstummen und der Reisende seinen Fuss auf den Flugplatz von Paro setzt wird ihm bereits die Ruhe und Gelassenheit Bhutans bewusst. Er wird in eine Welt versetzt, die so anders ist als die Trampelpfade des globalen Tourismus, eine Welt, die in sich geschlossen noch nach alten Traditionen lebt und sich (noch?) nicht dem Tourismus prostituiert. Das Paro-Tal hat seinen ländlichen Charakter bewahrt, Reisfelder ziehen sich entlang des Paro Wildbaches bis an die Seitenränder der begrenzenden Hügel, bunte Häuser mit ihren holzgeschnitzten breiten Fensterrahmen blicken von den Hängen und das Rinpung Dzong wacht über das Tal überragt vom Ta Dzong, dem Wachturm, der heute das Nationalmuseum beherbergt. Die Strasse vom Flughafen führt, vorbei an riesigen Chörten, durch den Ort, der erst 1985 entstanden ist und seltsam romantisch an alte Niederlassungen des wilden Westens erinnert. Die in traditionellem Stil erbauten Häuser bieten zur Strasse hin fast durchwegs Läden mit kunterbuntem Angebot, teils in grossen Bündeln an die Fassaden gehängt, teils im Dunkel des Lokals versunken.

Weiter nach Norden verengt sich das Tal, in einer steilen Felswand erkennt man die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Bhutans, das Tiger’s Nest, ein Felsenkloster in 3.000m Höhe aus dem 14. Jahrhundert zu Ehren Guru Rinpoches, der 600 Jahre zuvor auf dem Rücken einer Tigerin hierher gekommen sein soll um in einer Höhle zu meditieren. Unter den Felsen liegt das Kloster Kyichu, bereits von Songtsen Gampo gegründet und somit eines der ältesten buddhistischen Klöster im Land.

Dort wo die Strasse endet erhebt sich das Drukgyel Dzong (siegreiche Festung) als trutzige Ruine. Das Dzong wurde 1649 vom Shabdrung Ngawang Namgyal erbaut um die Einfälle der Tibeter abzuwehren. Eine umgefallene Butterlampe verursachte 1951 einen verheerenden Brand, der nur die Mauern übrig lies. Bei klarem Wetter trohnt über den Resten des Dzongs der heilige Berg Jhomolhari, ein 7.300m hoher Eiskegel an der Grenze zu Tibet und Heimat der Göttin Jhomo.

Cheli La

Der 3800m hohe Cheli-Pass (die Angabe von 4.000m an der Tafel auf der Passhöhe ist nicht korrekt) ist eine sehr interessante 35km lange Exkursion von Paro bzw. eine abwechslungs-reiche Alternative zur Route nach Haa (26km von der Passhöhe). Die relativ gute Strasse führt durch dichte Wälder und bietet bei gutem Wetter einen schönen Blick auf Jhomolhari und die ihn umgebenden Bergriesen.

Eine alpine Flora mit Edelweiss, das ganze Wiesen überzieht, Enzian und Berganemonen und eine grandiose Aussicht auf das Haa-Tal runden die Fahrt. Es gibt auch einen Tages-Treck von der Passhöhe zum Drukgyel Dzong im Paro Tal.

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