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Reisebericht Nilkreuzfahrt auf der MS Hamees vom 22.-29.03.2007:

Nach ewig langen Recherchen über diverse Nilkreuzfahrtschiffe hatten wir (drei Personen) uns für die MS Hamees entschieden. Ausschlaggebend waren die viel versprechenden Fotos sowie die lobenden Worte von Stern Tours. Engagement und Sachkenntnis von Herr Stern haben uns dabei auch sehr zugesagt!

Unser Flug ging um 10.20 ab Hamburg mit Hapagfly. Ca. fünf Stunden später landeten wir in Luxor. (bei den Flügen haben wir darauf geachtet, keinen Flug nach „Luxor“zu buchen, der eigtl. nach Hurghada fliegt und dann einen Bustransfer nach Luxor beinhaltet!) Ein gut englisch sprechender Ägypter schleuste uns freundlich und souverän durch die Passkontrollen, die ersten 100 EUR tauschten wir auf dessen Anraten am Flughafen gegen 760 ägyptische Pfund. (Zum Vergleich: später holten wir in Assuan per EC-Karte am Automaten 2500 Pfund. Dafür berechnete unsere Bank 335 EUR. Somit war der „Barumtauschkurs“ einen Tick besser.)

Per Kleinbus ging’s dann auf die MS Hamees, etwas abseits, dafür aber ruhig und stilvoll, ca. 5 km vor der Stadtgrenze Luxors liegend. (Für eine Taxifahrt in die Innenstadt zum Basar zahlten wir später hin und zurück nach zähen Verhandlungen 40 Pfund (inkl. 2 Stunden Aufenthalt im Souk))

Das Schiff war tatsächlich sowohl von Innen wie von Außen erstklassig, ebenso die Kabinen mit großen Fenstern, sehr bequemen Betten und schönem Bad mit Badewanne.

Dieser Eindruck blieb bis zuletzt bestehen. Das Personal war stets zur Stelle und erfüllte uns fast jeden Wunsch!

Ein wenig getrübt wurde dieser Eindruck dadurch, dass das eine Zimmer (auf der Steuerbordseite) einen deutlich höheren Geräuschpegel vorwies. Mit Oropax bekamen wir dieses aber in den Griff.

Die Sehenswürdigkeiten waren allesamt atemberaubend (Im Tal der Könige stehen drei Gräber zur Auswahl. Dringend empfehlen wir jenes von Tutmosis III. Das fakultative Grab von Tutenchamun (80Pfund) ist zwar gut erhalten und berühmt, aber ECHT klein und unspektakulär (aber wenn man schon mal da ist…).

Alle Ausflüge waren in unserem Preis inkludiert, nur der Ausflug nach Abu Simbel (Wecker klingelte 3.15h) kostete 75EUR extra pro Nase. DAS sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Unschön war allerdings unser Transportmittel, ebenfalls ein Kleinbus, jedoch mit geringem Sitzkomfort und definitiv NICHT tauglich, um eine Nachtfahrt im diesem zu absolvieren. Unsere Kritik vor Ort wurde leider freundlich „überhöhrt“. Aber wir alle waren der Meinung, dass bei einer derartig hochpreisigen und exklusiven Reise auch ein ansatzweise entsprechendes Transportmittel genutzt werden sollte. Schade!

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Wecker auch sonst meist gegen 5.50 klingeln wird, damit man zu früher Stunde gen Sehenswürdigkeit aufbrechen kann (um der Mittagssonne zu entgehen). Frühstück gab es an Bord von 6 bis 7 Uhr sowie von 8 bis 9 Uhr.

Aber das macht durchaus Sinn! Und man hatte im Verlauf des Tages genug Zeit zur Entspannung an Bord.

Unser Führer (Mohammed) hat uns mit zahlreichen Informationen zu all den Sehenswürdigkeiten versorgt. Ungern ließ er sich jedoch unterbrechen… Und weiterreichende Fragen konnte er leider oftmals nicht beantworten. Obwohl fast immer freundlich vermissten wir oftmals ein „hallo“ o.ä., wenn er sich gemeinsam mit uns im Speisesaal aufhielt.

Leider waren unseres Erachtens auch seine Angaben sehr dünn, was „Circa-Preise“ von diversen Souvenirs oder Taxifahrten anging. Zu diesen Themen gab es nur ungenügende Antworten. Also: Selbst alles aushandeln…

Unendlich entspannend war das langsame Dahingleiten über den Nil am Sonnendeck. Es waren nur wenige Passagiere an Bord, perfekt:-)!

Am Ende der Strecke - in Assuan - hatte man ausreichend Zeit, sich Sehenswürdigkeiten, Stadt und Basar anzuschauen! Auch den Besuch im Old Cataract ließen wir nicht aus und saßen zum Sonnenuntergang auf der Terrasse. Ein Traum!! Mindestverzehr pro Nase lag bei 85 Pfund, aber die Preise vor Ort waren dann sehr fair (Cocktail ohne Alkohol 20 Pfund, Club-Sandwich 45 Pfund!). Nur der Taxifahrer hat uns über’n Tisch gezogen, der Schlingel. Vereinbart waren 20 Pfund…Er brachte uns hin, wir verabredeten eine Zeit, zu der er uns abholen sollte, und brachte uns zurück…Aber dann verlangte er 20 Pfund „pro Passagier“… Wir haben dann nicht diskutiert, aber dieses Problem sollte man bei „Preisverhandlungen“ zur Sprache bringen!

Am letzten Abend in Assuan waren wir noch bis ca.22 Uhr auf dem Basar (entgegen der Angaben unseres Reisführers sehr gut zu Fuß zu erreichen, max. 15 Minuten). Danach gingen wir zurück zum Schiff, aber es war weg!! Zweimal die Straße (wo Duzende von Schiffen lagen) rauf und zweimal runter. Wir wurden langsam nervös. Auch hinter der vordersten Schiffsreihe (dahinter lagen jeweils bis zu vier weitere Schiffe) konnten wir unser Schiff, dass zuvor direkt am Anleger festgemacht hatte, nicht ausmachen. Wir fragten uns dann durch bei diversen Sicherheitskräften… Die Auflösung: Unser Schiff hatte umgeparkt!! Es stand nun in dritter Reihe. Das hätten wir uns bei den ganzen eng zusammenliegenden Nil-Schiffen kaum vorstellen können und auch hier fehlte leider jegliche Vorabinfo durch Reiseleiter oder Rezeption, dass dies möglich sein könnte… Eine einfache Info hätte gereicht und uns viele Meter gespart.

Am letzten Tag (Donnerstag) wurde statt Buffet zum Frühstück nur Frühstück am Tisch serviert (kontinentales Frühstück). Der Grund liegt darin, dass zahlreiche Gäste zu den verschiedensten Zeiten abreisen. Macht Sinn, eine Info vorab wäre aber schön gewesen.

Ansonsten wurde am Bord zwischen Buffet und 4-Gänge-Menü gewechselt. Das Essen war durchweg hervorragend und abwechslungsreich. Bei keinem von uns zeigten sich Anzeichen einer Durchfallerkrankung. Wir bevorzugten jedoch alle die Buffetform.

Zum Ende waren wir leider etwas verärgert. Nachdem wir pünktlich per Bus am Schiff abgeholt worden waren, klingelte das Telefon unseres Begleiters. Am Telefon unser zuvor abgereister Reiseführer Mohammed. Er berichtete, dass ihn das Schiffspersonal nach unserer Verabschiedung angerufen hätte und moniert habe, dass sie kein Trinkgeld erhalten hatten.

Er gab an, dass er versäumt habe, uns mitzuteilen, dass es üblich sei, pro Tag und pro Nase einen Euro Trinkgeld für die gesamte Crew am Ende der Reise auszuhändigen.

Nun hatten wir während der Reise unentwegt kleinere Trinkgelder zwischen 10 und 30 Pfund verteilt, am Abreisetag größere Summen an unser „Lieblingspersonal“…Die Rezeption sparten wir absichtlich aus…

Die Forderung nach mehr Trinkgeld und die fehlende Vorabinfo durch den Reiseleiter waren sehr ärgerlich! Unseren Erachtens sollte das im Ermessen des Reisenden liegen, vor allem wenn dieser nicht an Trinkgeld spart!

Die einzigen Probleme während der Reise, die wir „an Bord“ hatten waren folgende:

1) Es war nicht möglich, größere Scheine in „Bakschisch-taugliche“ 10- oder 20-Pfund-Noten zu tauschen.
2) Bezahlung der fakultativen Ausflüge per Kreditkarte war NICHT möglich, was uns schon sehr überrascht hat.
3) Obwohl wir „all inklusive“ gebucht hatten, wurden uns nur die dünnen, wässrigen Orangengetränke, aber nicht der „fresh orange juice“ serviert. Dieser würde extra kosten, war immer die Antwort. Laut Reiseunterlagen beinhaltete AI jedoch „Alle LOKALEN alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränke“. Gehört frisch gepresster O-Saft (der auf der Karte stand) denn nicht dazu? Schade, unsouverän!

Alles in allem, können wir diese Reise aber mit bestem Gewissen weiterempfehlen! Die kleinen Fehler bzw. fehlenden Informationen, die wir zu monieren hatten, werden ja vielleicht in Zukunft behoben…

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