Reisebericht mit einem Kurztrip nach Kapstadt
Es war etwas surreal als ein Freund mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihm für ein verlängertes Wochenende nach Kapstadt zu jetten. Er hatte diesen Trip für 2 Personen über einen Sponsor für Skatereisen gewonnen. Man mußte sich nur mit einem geringen Anteil beteiligen. Ich war sofort begeistert, da ich erstens gerne skate und zweitens eigentlich immer für verrückte Ideen zu haben bin. So ging es denn Mitte November mit South African Airways direkt von Hamburg nach Kapstadt. Was für ein Flug! Gerade für jemanden, der von der Körpergröße etwas höher ist. An entspannten Schlaf war wegen der Aufregung und in diesem zusammengefalteten Zustand auch eher nicht zu denken. Aber das machte garnichts, da sich kurz vor der Reise doch plötzlich eine intensivere Freundschaft entwickelt hatte, und man sich einiges zu erzählen wußte. Zudem war auch für ausreichende Unterhaltung gesorgt: jeder Sitzplatz hatte kleine in den Sitz eingelassene Fernseher, auf denen man sich Filme und Dokumentationen angucken, Spiele spielen oder Musik hören konnte. Dann kam der Anflug... an den Flughafen kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern. Es war alles wie im Traum!
Unsere große Gruppe von Verrückten wurde dann mit dem Bus abgeholt und an den Townships vorbei zum zentral gelegenen Hotel gefahren. Die Townships sind die Armenviertel der Stadt. Dort herrscht Armut wie sie ein Europäer wahrscheinlich noch nie gesehen hat. Die Menschen leben oder besser hausen in aus Pappe und Paletten zusammengebastelten Hütten, wenn man das noch als solche bezeichnen kann. Ist schon ein merkwürdiges und befremdliches Gefühl dort in einem klimatisierten Reisebus vorbeizufahren. Aber diese Townships gehören zum Bild von Kapstadt genauso dazu, wie der Tafelberg und das Kap der Guten Hoffnung. Im riesigen Hotel mit Blick auf den Tafelberg und das Meer angekommen ging dann die etwas chaotische Zimmeraufteilung los. Nach ca. 2 Stunden hatten wir dann endlich eines und sind gleich mit ein paar anderen aus der Gruppe raus auf die Skates an die Waterfront.
Es wurden vom Veranstalter zwar auch noch ein paar Sightsseing-Events angeboten, aber wir wollten raus und nicht noch erstmal 3 Stunden mit dem Bus herumfahren, um zum Beispiel nach Hermanus zur Walbeobachtung zu fahren oder eine geführte Tour durch die Townships zu unternehmen. Letzteres fand ich zudem irgendwie unpassend. Wie fühlen sich die Menschen, wenn man sie wie Zootiere in Ihren Käfigen besucht, und dann schnell wieder verschwindet? Da war die Idee einfach mal auf eigene Faust rauszugehen doch wesentlich besser... Was für ein Gefühl! Gerade noch dick eingepackt im Hamburger Schmuddelwetter und jetzt mit kurzen Hosen und T-Shirt den angenehm warmen und sanften Wind in Afrika genießen, der einen wohlig umstreift!! Das war ein unbeschreibliches und zugleich traumhaftes Gefühl. Abends haben wir dann durch den Tipp eines Mitreisenden in ein unvergleichlich-leckeres Essen in einem Restaurant mit Springbrunnen genossen: Hummer mit Vorspeisen und leckerem südafrikanischen Wein – zu einem für unsere Verhältnisse extrem günstigen Preis! Zum Abschluß gab es dann noch eine Absacker-Verkostung mit dem deutschsprechenden, extrem symphatischen Chef des Restaurants. Am folgenden Tag dann war die geführte Skatetour durch die gesamte Stadt und den Umkreis: ca. 30 km mit Musik, Polizeieskorte und unglaublicher Stimmung! Es war ein einmaliges Erlebnis! Viele Einheimische waren auch mit dabei. So ging es auf und ab mitten durch die belebte Stadt, an den Townships vorbei und zum Atlantic runter, der zwar zu einem Bad einlädt aber für uns als Warmduscher mit ca. 16 Grad etwas zu kalt ist und auch im Sommer durch den Golfstrom nicht viel wärmer wird. Die Einheimischen waren offensichtlich auch sehr begeistert, grüßten und freuten sich, uns zu sehen und dieses Event mitzuerleben. Nach einer kleinen Rast am Strand ging es zurück und die nächsten Programmpunkte folgten: Das Kap der Guten Hoffnung und der Tafelberg. Leider war das alles etwas hektisch und man wäre gerne länger geblieben, aber bei der Kürze der Zeit war das leider nicht drin. Vom Tafelberg aus hat man einen faszinierenden Blick über die Stadt und das Kap!
Man kann viele pussierliche Klippschliefer sehen, die sich in der Sonne auf den Felsen räkeln. Interessant war auch das sogenannte Abseiling, das dort angeboten wurde und zu beobachten war. Zum Kap der Guten Hoffnung fährt man ein kleines Stück, vorbei an Straußenfarmen (den sogenannten "Kühen" Afrikas) und kleinen Pavianfamilien, die an der Straße herumlungern. Dort angekommen hat man das offene Meer, das bei jedem einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat – wenigstens durch das Foto vor dem Schild "Kap der Guten Hoffnung"! Am gleichen und zugleich letzten Abend war dann Nightlife angesagt! Nach einem wieder vorzüglichen Essen ging es los ins Opium, eine szenige Disko mit großartiger Atmosphäre und genialer House- und Elektromusik. Dort blieben wir bis zum frühen morgen und hatten dann noch 1 oder 2 Stunden Nachtruhe bis es wieder zurück gen Heimat ging. Zusammenfassend war es ein viel zu kurzer aber genialer Trip, den man in seiner Erinnerung nicht mehr missen möchte! Kapstadt – wir kommen wieder!












