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Es sollte ein günstiger Urlaub sein, man sollte nicht so lange hinfliegen müssen und vielleicht mal etwas anderes sein als die Kanaren oder Mallorca. Wir fuhren zum Flughafen und ließen uns inspirieren. Wir entschieden uns für Safaga in Ägypten, da man dort ja angeblich super surfen kann und es nicht so überlaufen sein soll wie in Hurghada. Ein paar Wochen später ging es los ins sagenumwobene Land der Pharaonen und wie man oft hört auch „Montesumas Rache“. In Hamburg war mal wieder das übliche Nieselwetter. Voller Erwartungen stiegen wir in den Flieger und nach ca. 5 Stunden landeten wir, wie es uns schien, mitten in der Wüste in Hurghada. Dann war erstmal Chaos angesagt... Man musste durchs Nadelöhr der Passkontrolle, und es waren gerade 3 Flieger gelandet. Nach ca. 1 1/2 Stunden konnten wir dann endlich, sogar mit unseren Koffern, das Flughafengebäude verlassen und wurden gleich von dem Fahrer unseres kleinen Hotelbusses empfangen. Die Koffer wurden irgendwie mit Tampen oben auf den kleinen Bus befestigt, und dann ging’s los: das Rennen auf der Staubpiste! Anscheinend rivalisieren alle motorisierten Ägypter miteinander und heizen wie die verrückten über die Straßen, vorbei an bewaffneten Streckenkontrollen, die zur Sicherheit alle paar Kilometer in ihren kleinen Häuschen hocken und darauf warten, dass etwas passiert. Ein komisches Gefühl ist es schon, so unter ständiger Beobachtung zu sein... wir rauschen vorbei an den fremdartigen Schildern mit ornamentalischen Schriftzeichen, und ein paar wenigen in der Wüste ausgesetzten bekannten Kuppelhäuserchen und Palästen. Ansonsten alles Staub! Kaum etwas grünes oder etwas baumartiges weit und breit...

Willkommen in Safaga

Hier möchte man wirklich nicht mit dem Auto liegen bleiben... Irgendwann kommen wir also zu ein paar umzäunten und bewachten Hotelanlagen und werden vor unserem Hotel abgesetzt. Der Eingang ist wie bei der Gepäckkontrolle am Flughafen mit einem Metalldetektor versehen. Bei all den Sicherungen und Kontrollen sind wir wirklich am überlegen, ob es die richtige Entscheidung war.

Wüste

Bei der Begrüßung der Gäste im Hotel wird davon abgeraten, sich ein Auto zu mieten. „Wenn man hier ein Panne hat, wird einem nicht geholfen, da kann man lange warten“ erzählt der Ägypter in fließendem deutsch. Ok, das lassen wir dann also... Dann werden die unzähligen kulturellen Ausflüge und Highlights aufgezählt. Die lange Fahrt zu all diesen tollen Sehenswürdigkeiten von 3-8 Stunden hält uns aber davon ab, eine zu buchen. So erkunden wir erstmal das Hotel und den Strand. Die Hotelanlage ist insgesamt sehr gepflegt und ordentlich und wird täglich in Stand gehalten von den unzähligen Ägyptern (alles Männer, auch die Reinigung der Zimmer obligt dem männlichen Geschlecht). Trotzdem ist es ein merkwürdiges und unangenehmes Gefühl, wenn man mal alleine als Frau durch die Anlage läuft... Man wird ziemlich herablassend und meist nicht besonders freundlich begafft. Kein Wunder, wo doch ihre Frauen sogar komplett verhüllt ins Meer steigen. Interessanterweise waren in unserem Hotel nämlich auch einige wohlhabende Einheimische untergebracht: zum Teil auch schon recht westlich orientiert, was die Kleidung betrifft aber ein großer Teil doch auch sehr traditionell. Deswegen war es am Strand auch etwas skuril, wenn man die Männer beobachtete wie sie mit ihren komplett verhüllten Frauen, anderen halb-nackten europäischen Frauen hinterher sahen... Da treffen wirklich 2 absolut konträre Kulturen aufeinander, und wenn man dann sieht wir rücksichtslos doch mancher Europäer diese Kultur absolut nicht respektiert und sogar abends zum Essen noch halbnackt rumläuft, da kann einem schon übel werden. Das Essen dort war allerdings alles andere als übel – sehr abwechslungsreich und interessant. Insbesondere wie so manches Gericht gewürzt war. Ich hatte zum Teil das Gefühl, dass ich den Geschmack noch nie zuvor kennengelernt hatte. Während unseres Aufenthalts dort war auch von Montezumas Rache weit und breit nichts zu merken. Gut, wir haben auch immer im Hotel gegessen – wahrscheinlich lag es daran! In Ägypten macht es also wirklich einmal Sinn „All-Inklusive“ zu buchen. Sonst bin ich da ja eher „AI“-Gegner.

Tauchboot

Der Strand war auch „nach draußen“ mit Wachposten abgesichert. Wenn man also mal etwas weiter spazierte oder joggte kam man an diesen Posten vorbei. Ansonsten war es ein schöner feinsandiger Strand mit kleinen Hütten aus Ästen zum Schutz vor der Sonne und vorm Wind. Wir haben die aber eigentlich nicht genutzt, da wir mehr auf bzw. unter Wasser waren. Denn das Rote Meer ist das absolute Highlight in Safaga!! Ich konnte mich zuerst gar nicht entscheiden, ob ich lieber surfen soll oder endlich mal den schon lange geplanten Tauchkurs mache. Ich habe mich dann für letztes entschieden, was auch absolut kein Fehler war, obwohl man dort auch hervorragend surfen konnte. Es ist zwar etwas anstrengend im Urlaub früh aufzustehen , Unterricht zu haben und zu lernen, aber es macht auch riesigen Spaß. Wir waren zu zweit in unserem Kurs. Zufällig auch jemand aus Hamburg. Die Theorie fand am Strand statt, und dann ging’s auch schon bald ins Meer. Erst vom Strand aus, später sind wir dann mit einem der vielen Tauchboote rausgefahren, um mehrere Tauchgänge am Tag zu unternehmen. Die Ausrüstung wurde dann von einem Eselkarren zum Boot transportiert. Es war immer wieder extrem aufregend – wo geht es hin, was werden wir sehen? Die Unterwasserwelt dort ist absolut faszinierend! Die Vielfalt und Reize für die Augen, die an Land fehlen, werden umso satter unter Wasser geboten. Tauchen wie im Aquarium! Beste Sicht, Fische, Korallen usw. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll! Einziges Manko – es war noch ganz schon kalt im April! Ich hatte einen 5 mm Ganzkörper-Neopren und eine Eisweste mit Kopfteil darüber an und habe trotzdem nach jedem Tauchgang gefroren! Mal ganz davon abgesehen, dass ich selber aussah wie ein großer bunter Fisch.... aber das war völlig egal! Man wirft seine Eitelkeit über Bord, wenn es darum geht weniger zu frieren... Mein Tauchpartner hatte da keine Probleme, der glückliche! So hab ich mich halt nach jedem Tauchgang an Deck in der Sonne mit heißem Tee aufgewärmt und mich über das gefreut, was ich gerade gesehen hatte. Da war die Kälte schnell vergessen. Die deutsche Tauchlehrerin kannte zwar schon alle Tauchplätze der Umgebung, wa aber auch immer wieder von neuem verblüfft von der überwältigenden Unterwasserwelt.

Tauchen Boot

Abends haben wir uns dann auch des öfteren in einer kleine Bar getroffen, um über das Erlebte und auch einiges anderes zu klönen. Zu der Bar zu kommen war auch ein echtes Erlebnis. Man kann dort z.B. wählen zwischen einem muffelnden Sammeltaxi ohne Tür oder einem Taxi mit fellbesetztem Amaturenbrett und Diskokugel, das dann auch den ganzen Abend vor der Tür wartet, um einen anschließend wieder zurück zum Hotel zu bringen. Nur den Preis sollte man unbedingt vorher verhandeln, sonst wird man schnell über den Tisch gezogen, da es für unserereinen immer noch billig erscheint. Die Bar war sehr speziell: Unzählige Besucher saßen Wasserpfeife rauchend und diskutierend mit Wasserflaschen und anderen Softdrinks zusammen – nur Männer versteht sich. Alkohol ist unter den Einheimischen streng verboten und nur erlaubt, wenn man Gäste zu sich einlädt, erfuhren wir von unser Tauchlehrerin. So erklärte sich also auch das merkwürdige Verhalten der Einheimischen im Hotel, wenn es um Getränke ging. Es wurde dort nämlich alles angeboten, die Einheimischen haben sich aber ihre eigenen Wasser- und Saftflaschen mitgebracht und tranken dann auch aus diesen, um nicht aus den möglicherweise mit Alkohol „verschmutzten“ Gläsern zu trinken. Ansonsten sind wir auch nicht besonders weit vom Hotel weg gekommen; wollten wir auch nicht. Irgendwie fühlt man sich extrem fremd und anders und demzufolge auch unwohl. Erst recht, wenn einem andauernd irgendwelche Ware feil geboten wird und aufdringlich hinter einem her gerannt wird, man solle doch nur mal gucken. Übrigends beherrschen viele Ägypter gleich mehrere Sprachen. Es scheinen absolute Sprachgenies zu sein! Trotzdem haben wir Ihnen nichts abgekauft...

Als es dann nach 10 Tagen wieder zurückging hatte mich zum Abschied dann doch noch die Rache der Pharaonen erwischt, was für die Heimflug wirklich sehr unpraktisch war, da man dann auch auf dem Flughafen auf öffentlich Toiletten gehen musste, die alles andere als einen hygienischen Eindruck machten. Zum Glück ging es aber zu Hause schnell vorbei und wir konnten noch lange in Erinnerungen an das phantastische Meer schwelgen. Ich werde zum Tauchen bestimmt auch noch mal wiederkommen...

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